Episode 35 - Ein Digiritter aus Osaka?

Helles Licht drang an Misakis Gesicht. Sie öffnete langsam ihre Augen und sah Gatomon am Fenster. >Ist es denn schon Morgen?< fragte sie verschlafen. Das kleine Digimon schüttelte mit dem Kopf. >Was hast du denn?< wollte das Mädchen wissen, doch Gatomon antwortete ihr nicht. Misaki sah ihre Freundin traurig an und stand dann auf. Mit einem Blick auf die Uhr, erkannte das Mädchen das es Mitternacht war. >Gatomon, sag mir, was hast du?< Misaki umarmte das kleine Digimon. >Ich mache mir Sorgen um Wizzardmon, das ist alles.< erwiderte Gatomon und sah zum Vollmond. >Ich auch. Wie mag es ihm jetzt wohl gehen? Ob er auf uns wartet?< sagte Misaki und sah ebenfalls zum Mond. >Aber deine Eltern haben es euch verboten weg zugehen! Wie sollen wir ihm dann helfen? Ihr könnt nicht einfach abhauen! Das kann ich nicht verlangen...< meinte Gatomon. >Mach dir darüber keine Gedanken. Sobald die Sonne aufgegangen ist, versuchen Takuya und ich noch mal mit unseren Eltern zu reden. Die werden uns dass schon erlauben.< antwortete Misaki und ging wieder zu ihrem Bett. >Jetzt lass uns noch etwas schlafen.< fügte sie noch hinzu bevor sie sich setzte. Plötzlich huschte etwas am Fenster vorbei. >Was war das?< Gatomon sprang auf und schaute ganz angestrengt aus dem Fenster. >Ob das DemiDevimon war??< wollte Misaki erschrocken wissen. >Das wäre möglich! Miki! Wir müssen es finden! DemiDevimon könnte Unheil anrichten!< antwortete Gatomon. >Aber...< Misaki war etwas unsicher. >Du weißt besser, als jeder andere, wie gefährlich Digimon sein können. Auch wenn sie noch so klein sind!< erwiderte Gatomon ihr. Misaki sah Gatomon einen Moment lang ernst an, dann nickte sie. >Du hast ja Recht! Ich wecke Takuya!< sagte das Mädchen und ging aus ihrem Zimmer. Gatomon sah ihr hinter her und hatte ein komisches Gefühl.

>Hey Miki! Wo geht’s lang??< rief Sakura, welche gerade um die Ecke kam. >Richtung Park!< antwortete Misaki und gemeinsam mit ihrem Bruder und den Digimon rannten sie zum Park.

Im Park angekommen sahen sie Verena und Hawkmon. >Rena!!< rief Misaki. Das Mädchen drehte sich um und winkte ihren Freunden zu. >Hast du DemiDevimon gefunden?< wollte Takuya wissen. >Nein! Hawkmon meinte zwar, es hätte DemiDevimon hier gespürt, aber es ist nicht da.< erklärte das Mädchen. >So ein Mist.< Misaki sah deprimiert nach unten. >Aber verratet mir mal, warum das nicht Zeit bis morgen gehabt hätte?< wollte Verena nun wissen und gähnte. >Wir müssen es schnell finden.< antwortete Gatomon ernst. >Hallo!?! Ich brauche Hilfe!!< hörte die Gruppe jemanden rufen. >Das hört sich an wie Patamon!!< bemerkte Biyomon. >Patamon??< Sakura schaute sich in alle Richtungen um und konnte dann wirklich das kleine Digimon erblicken. >Ich brauche eure Hilfe! Keiichi ist in Gefahr!< sagte Patamon aufgeregt. >Zeig uns bitte wo Kei-kun ist!!< Misaki sah sehr besorgt aus. Patamon nickte und flog voraus. Die anderen folgten dem kleinen Digimon.

>Du bist nur ein kleines Würmchen!< hörten die Kinder eine jungen Stimme. >Wer ist hier ein Würmchen? Du hast nicht mal eine kleine Ahnung wer ich bin und zu was ich im Stande bin!< hörten sie nun auch DemiDevimon. Und im nächsten Moment vernahmen die Kinder einen Knall und den Schrei des Jungen. >Wir müssen uns beeilen.< rief Misaki den anderen zu.

Als sie um die nächste Ecke bogen, sahen sie den Jungen auch schon. Er war im Griff von irgendwelchen Ranken. >Das ist aber Komisch... DemiDevimon hat doch gar nicht so eine Fähigkeit. Und wo ist es überhaupt?< wunderte sie Gatomon darüber. >Es liegt dort hinten.< antwortete eine unbekannte weibliche Stimme. Die Kinder schauten nach Links und erblickten das Digimon, gefesselt. >Wer bist du? Komm raus!!< sagte Verena laut und ernst. Misaki rannte zu Keiichi, welcher nun von den Ranken freigegeben wurde. >Diese Ranken... die sahen irgendwie so aus, als wären sie von einem... Palmon!< fiel es Biyomon, nach kurzem Überlegen, ein. >Richtig geraten!< sagte die unbekannte Stimme. Ein Mädchen und ein kleines Digimon kamen aus dem Gebüsch. Sie lächelte die Gruppe an und das Digimon winkte. >Aber, wer bist du und warum ist ein Digimon bei dir?< wollte nun auch Misaki wissen. >Ich heiße Akiko Sakuraba, aber meine Freunde nennen mich einfach nur Akko. Freut mich euch kennenzulernen. Ach ja, das Digimon neben mir ist Palmon, mein Partner.< Akko stellte erst sich und dann ihren Partner vor. Dann hielt sie ein Digivice nach vorn und zeigte ihr Amulett, samt Wappen. >Noch ein Digiritter?< Verena war etwas verwirrt. >Erinner dich an die Legende Rena! Ausserdem haben Misaki und Takuya es gesagt. Es sollen 6 Digiritter sein!< antwortete ihr Sakura. >In ihr steckt also das Wunder?< Takuya sah sie einen Moment lang fasziniert an, doch als er Sakuras ernstes Gesicht sah, schaute er sofort zu Boden. War sie etwa eifersüchtig?

>Ich fragte mich aber, woher kommst du? Und warum stößt du erst jetzt zu uns?< wollte Takuya nach einen Momenten des Schweigens wissen. >Ich komme aus Osaka und wusste gar nichts von euch. Als die ersten Digimon in unserer Welt auftauchten, versteckten sich die meisten Bewohner in ihren Häusern.… Was ich und mein Freund aber nicht lange ausgehalten haben. Bei einem unserer heimlichen Rundgänge haben wir Palmon und Gabumon gefunden.< Fing das Mädchen an zu erklären. >Was? Noch ein Digiritter?< Verena setzte sich nun auf die Wiese, das war zu viel für sie, um diese Uhrzeit. >Nein! Gabumon ist nur mit mir mitbekommen, weil er mich beschützen wollte.< sagte Palmon schnell. >Palmon hat Recht. Mein Freund besitzt kein Digivice, dennoch ist Gabumon unser Freund und hat uns geholfen die Digimon in die Digiwelt zurück zuschicken. Jedoch kann es nicht Digitieren, ich hoffe es geht Yuki gut.< erklärte Akko weiter. >Yuki? Klingt eher nach einem Mädchen Namen.< meinte Keiichi. >Oh, nein. Er heißt eigentlich Yukito, aber ich darf ihn Yuki nennen.< sagte Akko lächelnd. >Akko? Ich darf dich doch so nennen, oder?< fragte Sakura und das Mädchen nickte. >Weshalb bist du nach Tokio gekommen, wenn du doch gar nichts von uns wusstest? Was ist mit deinen Familien?< Sakura wollte alles wissen. >Wir haben in den Nachrichten gesehen, das sich in Tokio noch mehr Digimon befanden und waren der Meinung, das hier das ganze begonnen hatte. Meine Eltern wollten mich natürlich nicht gehen lassen... da bin ich einfach abgehauen. Palmon digitierte zu Lillymon und flog mit mir hier her. Yuki und Gabumon wollten eigentlich mitkommen, doch ich hab ihnen gesagt, das sie dort bleiben sollen. Wer soll sich sonst um die Digimon kümmern? Außerdem muss er sich um meine Familie kümmern< erzählte Akko und sah traurig in den Himmel.

>Leute?< begann Patamon. >Was hast du?< fragte Keiichi. >Was machen wir mit DemiDevimon?< wollte das kleine Digimon wissen. >Schickt es doch in die Digiwelt.< meinte Akko. >Na ja, DemiDevimon ist ein Handlanger von Myotismon. Wenn wir es einfach so zurück schicken, sagt es diesem Monster von Digimon das wir, also Takuya und ich, noch leben.< fing Misaki an zu erklären. >Genau, wir hatten vor selbst noch einmal in die Digiwelt zu gehen. In mitzunehmen und Myotismon ein für alle mal zu besiegen!< beendete Takuya. >Ihr wart schon einmal in der Digiwelt?< Akko sah ganz begeistert aus. >Äh – Ja. Sakura und ich einmal und Misaki und Takuya schon zweimal. Nur dieser kleine Trottel hier noch nicht.< erwiderte Verena und lachte. >HEY! Ich bin kein Trottel!< Keiichi sah sie beleidigt an. Bei seinem Gesicht mussten nun alle anfangen zu lachen. >Aber sagt mal, was werden eure Eltern sagen, wenn ihr verschwindet?< wollte Akko wissen. >Genau da liegt das Problem. Wir wollten unsere Eltern eigentlich fragen ob wir in ein Ferienlager oder so können. Immerhin ist Takuya fast erwachsen und könnte auf uns aufpassen. Aber seine Eltern erlauben das nicht und meine Mutter auch nicht.< erklärte Sakura. >Das ist aber auch eine dumme Idee.< meinte Akko. >Wieso?< fragte Verena. >Welche Eltern würden ihre Kinder freiwillig verreisen lassen, wenn überall ‚Monster‘ aufgetaucht sind?! Denkt doch mal nach.< erwiderte Akko. >Daran haben wir nicht gedacht. Aber was sollen wir dann machen.< wollte Misaki wissen. >Da gibt es nur eine Möglichkeit. Wir gehen einfach, egal was sie sagen.< meinte Takuya.

Was werden sie nun machen? Einfach so gehen oder weiterhin versuchen ihre Eltern zu überreden? Und was wird aus Akko? Geht sie mit in die Digiwelt?
Das werden wir bald sehen~